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Hintergrund des Modellvorhabens  

Regionale Ebene gewinnt an Relevanz 

Im Zuge der Globalisierung der Wirtschaft und dem Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft sehen sich die Akteure auf allen Handlungsebenen vor neuen Herausforderungen. Einzelne Kommunen - selbst Großstädte - können die Anforderungen, die Unternehmen und Bürger stellen, kaum noch alleine erfüllen. Daher ist zu erwarten, dass die Bedeutung der Regionen spürbar zunehmen und die regionale Ebene bei wirtschaftlichen Aktivitäten und bei der Gestaltung der Lebensverhältnisse der Menschen an Relevanz gewinnen wird.  Eine besondere Herausforderung stellt dabei im Sinne einer "Regionalen Lissabon-Strategie" die Frage dar, wie "wissensbasiertes Wirtschaften" durch regionale Akteure und durch in der Region verfügbare Instrumente und Verfahren gefördert werden kann und in welchen Themenfeldern sich darüber hinaus die Etablierung einer überregionalen Partnerschaft anbietet.

 

Aktuelle Entwicklungen verstärken Disparitäten zwischen den Teilräumen

Die vier Regionen Frankfurt/Rhein-Main • Mittelhessen • Rhein-Neckar • Westpfalz gehören unterschiedlichen Regionstypen an, was sich schon am Indikator "BIP je Einwohner" zeigen lässt, das zwischen 19.000 € und 31.000 € variiert. Zudem gibt es innerhalb der vier Regionen strukturelle und ökonomische Disparitäten. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der zunehmenden Konkurrenz der Regionen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene im Wettbewerb um die "besten Köpfe" ebenso wie durch die wachsende Mobilität der aktiven Bevölkerung und den weiteren Strukturwandel besteht die reelle Gefahr, dass sich die Disparitäten sowohl zwischen den Regionen als auch innerhalb der Regionen noch deutlich verschärfen. Das raumordnerische Ziel der gleichwertigen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse in allen (Teil-) Regionen wird daher nur über neue Handlungsansätze und Organisationsstrukturen zu erreichen sein.

 

"Life Sciences" bieten Ansatzpunkte für eine überregionale Partnerschaft

Im Projektgebiet bestehen bereits heute vielfältige funktionale Verflechtungen unter anderem im Verkehrsbereich, auf dem Arbeitsmarkt, bei Zulieferbeziehungen und durch Forschungskooperationen. Im Kompetenzfeld "Life Sciences" weisen alle vier Regionen besondere Stärken auf und beheimaten herausragende Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Aufgrund der Innovationskraft und dauerhaften Bedeutung dieses Kompetenzfeldes für die Wirtschafts-, Gesellschafts- und Wissenschaftsentwicklung der Partnerregionen bietet es wichtige Ansatzpunkte für eine überregionale Partnerschaft. Zwischen Frankfurt/Rhein-Main und Rhein-Neckar, Frankfurt/Rhein-Main und Mittelhessen sowie Rhein-Neckar und der Westpfalz bestehen zudem territoriale Verflechtungen. Dennoch sind bisher keine formalisierten Strukturen oder Netzwerke vorhanden, die den gesamten Raumzuschnitt der überregionalen Partnerschaft abbilden. Darüber hinaus sind die Regionen in ihren (verfassten) Strukturen und Kompetenzen sehr unterschiedlich und verfügen bislang nicht über gemeinsame Kooperationserfahrungen. Somit ist die Etablierung  neuer Handlungsansätze und Organisationsstrukturen eine zentrale Aufgabe des Projektes.